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Sturzprophylaxe & Heimumbau: So wird das Zuhause sicher im Alter

Stürze sind die häufigste Unfallursache bei älteren Menschen — und viele sind vermeidbar. Welche baulichen Maßnahmen helfen, was die Pflegekasse bezahlt und wie Sie die Wohnung sturzfrei machen.

7 Min. LesezeitVeröffentlicht: 05. März 2025

Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal pro Jahr. Für viele ältere Menschen ist ein Sturz der Beginn einer langen Einschränkungsphase — oder schlimmer. Gleichzeitig lassen sich viele Stürze durch einfache Maßnahmen im Wohnbereich vermeiden.

Die häufigsten Sturz-Ursachen im Haushalt

  • Rutschige Böden (Parkett, Fliesen ohne Antirutschmatte, nasser Badezimmerboden)
  • Lose Teppichkanten und Schwellen zwischen Räumen
  • Fehlendes Licht auf dem Weg zur Toilette nachts
  • Zu niedriger Toilettensitz (schwieriges Aufstehen)
  • Keine Haltegriffe in Badewanne und Dusche
  • Schlecht sitzende oder abgetretene Schuhe
  • Medikamente mit Schwindel- oder Gleichgewichtsnebenwirkungen

Was zahlt die Pflegekasse für Wohnungsanpassung?

Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1–5 haben Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§40 Abs. 4 SGB XI). Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, steigt der Betrag auf bis zu 16.000 Euro.

📌 Geförderte Maßnahmen (Beispiele)

Duschumbau (Badewanne → bodengleiche Dusche), Treppenlifter, Rollstuhlrampe, Haltegriffe und Handläufe, behindertengerechtes WC, Türverbreiterung, Türschwellen abbauen, Treppengeländer.

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Förderung ohne Pflegegrad

Auch ohne Pflegegrad gibt es Förderung: Die KfW fördert altersgerechte Umbauten über das Programm 455-B (Zuschuss) oder 159 (Kredit). Je nach Umbauumfang sind Zuschüsse bis zu 6.250 Euro möglich — unabhängig von der Pflegekasse.

Die wichtigsten Maßnahmen nach Raum

Badezimmer

  • Haltegriffe neben WC und in der Dusche/Badewanne (ab ca. 50 €/Stück)
  • Antirutschmatten oder -beschichtung (ab ca. 10 €)
  • Erhöhter WC-Aufsatz (ab ca. 30 €) oder WC-Rahmen mit Armlehnen
  • Badewanne zur bodengleichen Dusche umbauen (ab ca. 2.000 €, von Pflegekasse förderbar)
  • Duschsitz oder Duschhocker

Flur, Küche, Wohnzimmer

  • Nachtlicht / Bewegungsmelder-Licht auf dem Weg zur Toilette
  • Teppichkanten fixieren oder Teppiche entfernen
  • Türschwellen abfräsen oder Übergangsrampen anbringen
  • Handläufe beidseitig an Treppen
  • Möbel umstellen, damit Wege frei sind

💡 Erst kostenlose Beratung einholen

Vor größeren Umbaumaßnahmen empfiehlt sich ein kostenloses Wohnberatungsgespräch — viele Kommunen bieten das an. Ein Wohnberater bewertet die Wohnung und erstellt einen konkreten Maßnahmenplan. Danach erst Anträge stellen.

Häufige Fragen

Muss ich vor dem Umbau die Pflegekasse um Erlaubnis fragen?
Sie müssen die Maßnahmen vor Beginn bei der Pflegekasse beantragen — sonst riskieren Sie, keine Erstattung zu bekommen. Die Pflegekasse genehmigt in der Regel schnell, wenn die Maßnahme plausibel und zumutbar ist.
Bin ich als Mieter auf den Umbau angewiesen, was der Vermieter erlaubt?
Mieter haben bei Pflegebedürftigkeit ein erhöhtes Recht auf bauliche Anpassungen. Der Vermieter darf nicht willkürlich ablehnen — bei berechtigtem Bedarf muss er zustimmen. Rückbaupflicht besteht beim Auszug, aber meist werden konstruktive Lösungen gefunden.
Was ist ein Badewannenlift und wann lohnt er sich?
Ein Badewannenlift senkt die Person in die Badewanne und hebt sie wieder heraus — ohne baulichen Umbau. Er kostet ca. 500–1.500 Euro und ist als Hilfsmittel über die Krankenkasse beantragbar, wenn das Baden ohne ihn nicht möglich ist.
HH

Über den Autor

Helping-Home-Team

Pflegeexperten aus Dinslaken

Das Helping-Home-Team besteht aus erfahrenen Pflegekräften und Sozialberaterinnen, die täglich Familien in NRW bei allen Fragen rund um häusliche Betreuung und Pflegeleistungen unterstützen.

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